Ausflug der jungen Rohrweihen!

August 7, 2013

In diesem Jahr hatte ich das große Glück, gleich zwei Pärchen der bodenbrütenden Rohrweihe hautnah miterleben zu dürfen. Ab etwa Mai hat das Schilfgebiet, in dem sich die Bruten befinden, dann einiges zu bieten: Nestbau, Übergabe der Brautgeschenke durch das Männchen, Fütterung der Jungtiere durch die Altvögel. Die mit Abstand spannendsten Tage jedoch spielen sich für mich dann ab, wenn sich die Jungvögel zum ersten Mal in die Lüfte erheben. In dieser Zeit beziehe ich wannimmer es mir die Zeit erlaubt frühmorgens noch vor Einbruch der Dämmerung mein Tarnversteck ganz in der Nähe des Horstes. Dann heißt es: Warten. Tag für Tag, denn jeder Tag kann der entscheidende sein: Wann werden sich die jungen Rohrweihen zum ersten Mal aus ihrem vertrauten Horstversteck in die Lüfte erheben? In diesem Jahr war es am 18. Juli soweit, gegen 7.30 Uhr am Morgen.

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Die ersten Flugversuche sind die spannendsten: Völlig unvermittelt erhebt sich eine junge Rohrweihe aus dem Schilf in die Lüfte, während ich eigentlich einen weiteren Anflug der Altvögel erwarte. Und dann dreht sie ihre Kreise, in wackeligem Flug. Nach eineinhalb Runden um das Horstgebiet verlassen sie allem Anschein nach die Kräfte – an eine zielsichere Landung ist jetzt nicht mehr zu denken, und so kommt es, wie es kommen muss: Die junge Rohrweihe rast einige Meter vom Nest entfernt ins mannshohe Schilf. Glücklicherweise handelt es sich dabei um einen sehr fluganfängerfreundlichen Untergrund: auch wenn der Jungvogel mit dem orangenen Kopf bei der Landung einige Halme umgeknickt hat und sich ein wenig verwirrt mit noch immer halb ausgebreiteten Schwingen umsieht –  das Schilf fing die sonst vermutlich recht harte Landung weich ab.

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Nur wenig später fliegt der zweite Jungvogel aus. Und dann steuert er direkt auf mich zu. Innerhalb von Bruchteilen von Sekunden wird der Jungvogel gewaltig groß im Sucher und ich habe Mühe, während des Auslösens mein Motiv weiterhin komplett im Bild zu halten. Ein atemberaubendes Gefühl – wenn es auch nur wenige Sekunden anhält, denn schließlich sind auch die Flugmuskeln des kleinen Bruders noch lange nicht voll einsatzfähig. Und auch er muss eine erste, wenig koordinierte Landung im Schilf vollführen.DE_E0758

Bereits nach wenigen Tagen hat sich einiges verändert und die jungen Rohrweihen fliegen nun nicht mehr nur noch wenige Sekunden ohne Unterbrechung. Jetzt können sie längere Phasen am Stück in der Luft bleiben, und das scheinen sie regelrecht zu genießen: Immer höher schrauben sie sich in die Lüfte. Und so sind sie schon heute in ihrem Flugverhalten kaum noch von dem ihrer Eltern zu unterscheiden. Animiert durch ihre Eltern fliegen sie immer höher und höher. Zum ersten Mal lassen sie den sicheren Bereich der Schilflandschaft hinter sich – oder besser unter sich – zurück und kreisen nun am morgendlichen, strahlend blauen Himmel. Was für ein Gefühl muss das wohl sein?

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Abendspaziergang bei der Sumpfohreule

Juli 23, 2013

Als wir sie das erste Mal erblickten, wie sie in der Abenddämmerung ihre Kreise über den Wiesen und Getreidefeldern zog, trauten wir unseren Augen nicht: Eine Sumpfohreule, hier im Frankenland? Und dann noch beinahe direkt vor der Haustüre? Ein ganz besonderes Erlebnis, wie sie pünktlich zum letzten Licht des Tages ihre Jagdflüge beginnt.

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Mehrere Tage lang durften wir sie beobachten. Es sind Situationen wie diese, in denen ich die moderne Technik so sehr schätze: Bei ISO-Werten jenseits der 3.200 spielen die modernen Kameras ihre Stärken voll aus. Die hier gezeigten Bilder entstanden bei ISO 6.400. Wer hier Rauschen erkennt oder den Detailverlust bemängelt, der hat meines erachtens die Naturfotografie noch nicht richtig verstanden. Es ist einfach großartig, eine Sumpfohreule mit der heutigen Technik in der Abenddämmerung in einer Qualität wie dieser ablichten zu können.

Sumpfohreulen ziehen mitunter weit umher, und so war das kurze Stelldichein „unserer“ Sumpfohreule leider bereits nach einigen Tagen wieder vorüber. Mir gefällt die Vorstellung, dass sie nun an einem anderen Ort, vielleicht einige hundert Kilometer entfernt, erneut ein ruhiges Plätzchen gefunden hat. Und sich nun andere an diesem interessanten Tier bei einem Abendspaziergang erfreuen können.

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Helgoland!

April 26, 2013

Basstölpel, Seehunde, Trottellummen und co.

Wer als Naturfotograf Deutschlands einzige Hochseeinsel (so wird sie zumindest gemeinhin bezeichnet, auch wenn sie de facto noch gar nicht in der „Hohen See“ liegt), erwartet viel – und das zu Recht. Das Angebot an „lohnenswerten“ Motiven ist schon beeindruckend: Basstölpel, Trottellummen, Tordalke, Dreizehenmöwen, Eissturmvögel sind als Brutvögel in den mächtigen roten Felsen täglich und in meist fotogenem Abstand anzutreffen – ohne dass der Fotograf sich mit irgendwelchen besonderen Vorarbeiten, wie Tarngedanken oder ähnlichem, beschäftigen müsste. Die Vögel sind einfach da, sie brüten direkt vor unseren Augen, nur wenige Meter vom Klippenrundweg entfernt. Manchmal hat man das Gefühl, man müsse einfach nur die Hände nach ihnen ausstrecken, um sie berühren zu können.

Seehund HelgolandNeben diesen „Must-Do’s“ auf der Fotografenwunschliste für einen Helgoland-Trip bietet die Insel noch eine Vielzahl weiterer attraktiver Motive und sie ist dabei voller Überraschungen: Jeder Tag hält eine neue interessante Begegnung parat für denjenigen, der die Insel mit offenen Augen besucht. So begegneten wir auf der „Düne“ den obligatorischen Austernfischern, Steinwälzern und Sanderlingen neben Hunderten Kegelrobben und Seehunden, außerdem Waldschnepfen, Wanderfalken und einer Vielzahl weiterer Arten.

Mein Fazit: Helgoland ist ein „Muss“ für jeden Naturliebhaber. Vermutlich nicht nur einmal im Leben.

Viel Spaß mit der heutigen Galerie!


Frühlingsgefühle!

März 5, 2013

Ist das jetzt wirklich der Frühlingsbeginn?

Noch ein wenig verhalten betrachtet diese Nilgans die ersten Schneeglöckchen, fast so, als könne sie es gar nicht glauben, dass der Schneefall und die Kälte der vergangenen Wochen nun vielleicht wirklich der Vergangenheit angehören – und wir uns endlich auf die warme Jahreszeit freuen können.

Frühlingsgefühle

Die Nilgans – ursprünglich ein in Afrika heimischer Vogel – breitet sich übrigens in den vergangenen Jahren zunehmend auch in Mitteleuropa aus, ausgehend wohl von Gefangenschaftsflüchtlingen. So werden sich in unseren Breiten vermutlich immer häufiger Bilder wie dieses präsentieren – eine Gans aus Afrika neben einem Schneeglöckchen: Keine Bildmontage, sondern die Nilgans als erfolgreiches Neozoon.

Frühlingsgefühle - Zaunkönig beim Nestbau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch er bekommt schon Frühlingsgefühle: Der Zaunkönig. Emsig trägt er Nistmaterial zusammen. „Er“ ist vermutlich in Wahrheit eine „sie“. Denn während bei Zaunkönigen das Männchen für den „Rohbau“ des Nestes zuständig ist, polstert das Weibchen daraufhin das Nest mit weichem Material aus.


Bunte Mischung!

Juli 27, 2012

Ob Feldhasen oder Fasane im letzten Abendlicht, eine junge Erdkröte im Wald, eine Eidechse am Wegesrand oder Graureiher in der blauen Stunde, die heutige Galerie hat bestimmt für jeden etwas zu bieten.

Die Silhouette einer Blässralle in der Nacht, die singende Feldlerche am Himmel, der Schwalbenschwanz auf einer Blüte – mit Sicherheit einer der beeindruckendsten Schmetterlinge unserer Breiten…

Schwalbenschwanz


Im und am Wasser

Mai 27, 2012

Wasserlandschaften haben dem Naturinteressierten dieser Tage besonders viel zu bieten: Enten, Gänse und Schwäne paddeln mit ihren Küken im Schlepptau über die Gewässer, Frösche quaken lauthals, dass man sie noch weithin hört, und Libellen ziehen ihre Kreise oder sonnen sich auf dünnen Grashalmen.

Zur Galerie? Durch Klicken auf das Bild!


Die Hasen hoppeln!

April 11, 2012

Der „Osterhase“ kommt nicht von ungefähr. Schon sehr früh nach dem Winterende bekommt er seine Jungtiere. Wer dieser Tage mit offenen Augen durch die Natur streift, wird nicht selten mehrere Hasen an einer Stelle sehen. Und mit ein bisschen Glück beginnen die Tiere dann plötzlich mit der „Hasenhochzeit“…

Dieser Hase begegnete mir nur wenige Minuten vor Sonnenuntergang – am Ostersonntag.